Zahlreiche Umfragen und wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen immer wieder, wie wichtig Konfliktmanagement- und Mediationskompetenzen gerade für Führungskräfte sind. Führungskräfte wenden mittlerweile 30–50 % ihrer Zeit dafür auf, um sich mit Konfliktsituationen zu beschäftigen. Eine Studie der renommierten Stanford University zeigte schon 2013, dass fast die Hälfte der befragten Vorstände und Geschäftsführer großer US-amerikanischer Unternehmen Konfliktmanagement-Fähigkeiten oder -Kenntnisse für die wichtigste Kompetenz für ihre zukünftige persönliche Entwicklung sehen.
Die Fachzeitschrift AuA – Arbeit und Arbeitsrecht – berichtete im März 2017 in ihrer Onlineausgabe unter Berufung auf den Gallup Engagement Index 2016, dass mangelhafte Führungskompetenzen und fehlende Konfliktmanagementfähigkeit allein in Deutschland pro Jahr vermeidbare Kosten in Höhe von 105 Milliarden Euro verursachen.
Durch eine Qualifizierung im Bereich Mediation können daher Kompetenzen in den Bereichen Führung, Konfliktmanagement, Kommunikation oder auch Verhandlungsführung erheblich ausgeweitet und weiterentwickelt werden.
Zielgruppe
Die Qualifikation richtet sich einerseits an aktuelle und zukünftige Führungskräfte aus Unternehmen jeder Größe sowie an Personen, die regelmäßig im beruflichen Umfeld mit Verhandlungen zu tun haben.
Ferner richtet sie sich an alle Personen, die – egal ob im beruflichen oder auch im privaten Bereich – ihre persönlichen Konflikt- und Konfliktmanagementkompetenzen weiterentwickeln wollen.
Inhalt
Verhandlungsmanagement:
Grundlagen des Verhandlungs- und Vertragsmanagements
- Verhandlungstypologien und Verhandlungsstile, insbesondere Grundlagen des Harvard-Konzepts
- Vorbereitung auf Verhandlungen
- Strategien und Taktiken bei Verhandlungen
Mediation:
Kenntnisse über Grundlagen der Mediation
- Ablauf und Rahmenbedingungen einer Mediation
- Kommunikationstechniken
- Konfliktkompetenz
- Kenntnisse über das Recht der Mediation sowie über die Rolle des Rechts in der Mediation
- praktische Übungen, Rollenspiele und Supervision
Zielsetzung
Sie erweitern im Rahmen dieser Ausbildung einerseits die eigenen Verhandlungskompetenzen und Kommunikationsfähigkeiten. Insbesondere soll der kooperative Verhandlungsstil auf der Grundlage des sog. Harvard-Konzepts erlernt und/oder vertieft werden.
Zudem sollen auf der Basis der Vorgaben des Mediationsgesetzes Konflikt- und Konfliktmanagementkompetenzen erlernt werden. Sie sollen nach Abschluss der Ausbildung in der Lage sein, selbst als Mediator/als Mediatorin tätig werden zu können. Die Ausbildung erfüllt daher auch die Voraussetzungen des § 5 Abs. 1 MediationsG, sodass Sie die gesetzlichen Anforderungen erfüllen, um sich als „Mediator/Mediatorin“ zu bezeichnen. Für Angehörige freier Berufe können berufsrechtliche Aspekte gelten.
Abschluss
IHK-Zertifikat plus Open Badge
Für den Erhalt des Zertifikates müssen folgende Anforderungen erfüllt werden: Anwesenheit zu mindestens 80 % der Unterrichtszeit und Abschluss des lehrgangsinternen Tests mit der Note „ausreichend“.
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem Abschluss „Wirtschaftsmediator/-in und Verhandlungsmanager/-in (IHK)“ nicht um einen Beruf nach dem Berufsbildungsgesetz handelt.