In den letzten Jahren hat der Vertrieb in den Unternehmen an Professionalität gewonnen. Qualifizierte Mitarbeiter/-innen sind rar und werden gesucht. Die Herausforderungen im Vertrieb sind dabei enorm: die Vertriebsprozesse werden komplexer, gleichzeitig müssen Vertriebsmitarbeiter/-innen in einer immer stärker vernetzten Welt bessere Umsätze und Erträge generieren.
Um besser argumentieren zu können als die Wettbewerber ist eine gute Kundennutzenargumentation wichtig. Eine Differenzierung zum Wettbewerb geschieht heute in den meisten Fällen über einen schnellen und guten Service, der auch zum Kunden kommuniziert wird.
Eine Kundenbindung wird über Kundenbindungsinstrumente aber in erster Linie auch über die Persönlichkeit des Vertriebsmitarbeiters erreicht. Deshalb spielt die Psychologie in der Kommunikation eine bedeutende Rolle.
Schwerpunkt Innendienst:
Deutschland ist Exportweltmeister, deshalb ist die Abwicklung von Exportgeschäften, Risikoabsicherung und Finanzierung ein Teil der Ausbildung zum/zur Vertriebsmanger/-in im Innendienst. Dazu gehören auch die Durchführung von Aktionen, Planung von Messen, Kundenanalysen und das Führen von Statistiken.
Schwerpunkt Außendienst:
Eine kostenintensive Betreuung durch den/die Vertriebsmitarbeiter/-in im Außendienst erfordert Teamarbeit mit dem Vertriebsinnendienst und eine kundennutzenorientierte Reisetätigkeit, um das Potenzial auszuschöpfen. Der Verkaufsaußendienst lernt schnell das Vertrauen des Neukunden zu gewinnen, den Kontakt auszubauen, Rahmenverträge abzuschließen und Deckungsbeitragsorientiert zu verkaufen. Dazu gehören eine klare Zielsetzung, Verhandlungsgeschick, sicheres Auftreten, Präsentationsfähigkeit und die Interpretation mit Einsatz der Körpersprache.
Beide Schwerpunkte werden im Rahmen des Lehrgangs vermittelt.
Zielgruppe
Der Zertifikatslehrgang „Vertriebsmanager/-in (IHK)“ richtet sich an Verkaufsleiter/-innen, Sales Manager/-innen, Verkaufsberater/-innen, Verkaufsingenieure/-innen, Außen- und Innendienstmitarbeiter/-innen, Kundenberater/-innen und Mitarbeiter/-innen, die eine Qualifizierung im Vertrieb anstreben.
Inhalt
Basiswissen für Vertriebsmitarbeiter:
Kundenorientierung
- Kundenorientierung im Zielsystem
- Die Wünsche des Kunden
- Kommunikation zum Kunden
- Branchenunterschiede in der Kundenbearbeitung
Marketing
- Neukundengewinnung; Altkundenrückgewinnung
- Der Weg vom Bedürfnis zum Kaufakt
- Bedarfsermittlung bei Neukunden
- Potenzialausschöpfung
Strategische Kundenbearbeitung
- Wie ist das Einkaufsverhalten der Kunden?
- Was heißt Unternehmenserfolg?
- Erfolgspotenziale ermitteln
- Kundenanalysemethoden,
- ABC-Analyse, SWOT-Analyse
- Auftragsabwicklungskosten
- Kundenportfolio
- Absatzwegeentscheidung
- Vertriebsprozesse auf die Kunden abstimmen
Kostenrechnung
- Grundlagen Kostenrechnung
- Angebote erstellen und kalkulieren
- Kosten- und Leistungsrechnung
Recht im Vertrieb
- Kaufvertrag
- Leistungen des Verkäufers und Käufers, Pflichten
- Angebot, Liefer- und Zahlungsbedingungen, Erfüllungsort
- Vertragsstörungen
- Zahlungsverzug, Außergerichtliches Mahnverfahren
- Zahlungs- und Lieferkonditionen
- Kommerzielle Risiken, Liquidation, Vergleich, Konkurs
- Haftung und Gewährleistung
- AGBs, Rücktrittsrecht
Verkaufspsychologie
- Der Verkaufsvorgang als soziale Interaktion; Kundenwünsche
- Eisbergtheorie, Transaktionsanalyse
- Verhaltenspsychologie, Übersicht der Verhaltensstile
- Einschätzung des Kundenkaufverhaltens
- Effektive Verhaltensempfehlung gegenüber dem Kunden
Rhetorik, Dialektik, Argumentation
- Ziele und Aufgaben der Rhetorik und Dialektik
- Kausalkettentechnik
- Produkt- und Leistungs-positionierung /USPs
- Produktargumentation mit Differenzierung zu Wettbewerbern
- Übersicht zur nutzenorientierten Argumentation
- Gesprächsstrategien
- Fragetechniken
- Einwandsbehandlung und Techniken
- Gesprächsführung
- Nutzenargumentation
Telefonverhalten
- Proaktives Telefonverhalten, in Bedürfniskreisen denken
- Innere Überzeugung und Glaubwürdigkeit
- Kommunikation am Telefon
- Neukundenkontakte herstellen, Termine vereinbaren
- Bestellungen entgegennehmen
- Angebote nachfassen
Service im Vertrieb
- Bestellservice, Lieferservice, Beratungsservice, Wartungsservice
- Reklamationsbearbeitung
Schwerpunkt Innendienst
Aktionen planen
- Messe-Einladungen, Hausmessen
- Lagerabverkauf
- Saison-Aktionen, Vororder von Aufträgen
- Modell- oder Produktwechsel
- Verkaufsaktionen
- Produktneueinführung
- Altkundenrückgewinnung
Statistiken Vertrieb
- Umsatzstatistik
- Absatzstatistik
- Kundenbestandsführung
- Besuchsberichte vom Außendienst auswerten
- Urlaubsplanung
- Umsatzplanung
- Außenhandelsstatistik
- Intrastat
Kundenbindung
- Kundenbezogene Zielgruppen-Strategie
- Rahmenverträge anbieten
- Kundenaktionsplan
- Kundenbindungsinstrumente, Event, Werbegeschenke usw.
Außenhandel
- Grundlagen Incoterms (Arten, Bedeutung und Inhalt der Incoterms)
- Grundlagen Akkreditive
- Administrative Abwicklung
- Dokumentenprüfung
- Länderrisiko
- Finanzierung, Exportkalkulation
- Auslandszahlungsbedingungen
- Dokumenteninkasso
- Zuständige Behörden
- Der Ausfuhrverantwortliche
- Ausblick: Außenhandelskammern, Euro Info Center, Landesverbände
- Praxis, Markierungsvorschriften, Verpackungsvorschriften usw.
Schwerpunkt Außendienst
Reise- und Besuchsplanung nach Branchen
- Besuchsfrequenzen nach Kundenumsatz und Potenzial
- Bei Neukunden zur Vertrauensbildung
- Größe des Verkaufsgebietes, geografische Lage, Kundenansammlungen und Kaufkraft
- Entfernung von Kunde zu Kunde
- Wohnort des Vertriebsmitarbeiters/Vertriebsmitarbeiterin
- Regeltourenplanung
- Reiseplanung (auch Ausland)
- VDMA-Kennzahlen (Kundenbesuche Maschinenbau)
- Besuchsoptimierung
Jahresplanung/Besuchsvorbereitung
- Jahresplanung für Kunden und abgeleitete Einzelmaßnahmen
- Koordination der Maßnahmen mit dem Vertriebsinnendienst
- Besuchsvorbereitung
Körpersprache
- Körperzonen und Abstände
- Zugangshinweise
- Mimik, Gestik und Kinesik
- Die Sitzposition ist ausschlaggebend
- Wohin mit den Händen
- Checkliste Körpersprache
- Test Körpersprache
Verkaufspräsentationen
- Freie Rede
- Inhalt einer Präsentation
- Logische Struktur
- Visualisierungsgrundlagen
- Vortragsende
- Medienauswahl
- Checkliste für erfolgreiche Präsentationen
- Leitfaden: Präsentationsverhalten
Zielsetzung
Dieser Lehrgang ermöglicht Vertriebsmitarbeitern/Vertriebsmitarbeiterinnen sich nebenberuflich zu qualifizieren und weiter zu entwickeln.
Die Teilnehmer/-innen erhalten einen Überblick in alle Vertriebstätigkeiten und Prozesse. Neben der Kundenorientierung, über die strategische Kundenbearbeitung bis zur Kostenrechnung und Kalkulation werden sie auch rechtssicher Verträge und Vereinbarungen treffen können.
Abschluss
IHK-Zertifikat plus Open Badge
Für den Erhalt des Zertifikates müssen folgende Anforderungen erfüllt werden: Anwesenheit zu mindestens 80 % der Unterrichtszeit und Abschluss des lehrgangsinternen Tests mit der Note „ausreichend“.
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem Abschluss „Vertriebsmanager/-in (IHK)“ nicht um einen Beruf nach dem Berufsbildungsgesetz handelt.
Vertriebsmanager/-in (IHK)
Regionaler Zertifikatslehrgang der IHK-Akademie Ostwestfalen
Lehrgang „Vertriebsmanager/-in (IHK)“ anfragen: So funktioniert’s
- Betätige den Button „Jetzt Termin aussuchen & anfragen“.
- Wähle Datum und Ort für deine Weiterbildung aus und betätige den Button „Fortfahren“.
- Gib im nächsten Schritt deine persönlichen Daten ein. Wenn du über deinen Arbeitgeber diese Veranstaltung anfragen möchtest, gib bitte die Firmenanschrift als Adresse an.
- Nach einem Klick auf „Fortfahren“ kannst du auf der nächsten Seite deine Eingaben final überprüfen.
- Schick deine Anmeldung ab, indem du den Button „Unverbindliche Anfrage absenden“ betätigst. Die Anfrage ist unverbindlich und kostet dich in diesem Schritt kein Geld.
- Du bekommst eine Bestätigungs-E-Mail von uns, in der deine Anfrage noch einmal wiedergegeben ist.
Vertriebsmanager/-in (IHK)
Regionaler Zertifikatslehrgang der IHK-Akademie Ostwestfalen
Hinweise
- Die IHK-Weiterbildungen können regional bedingt in Umfang, Methode, Inhalt und Dauer bis zu ± 20% variieren.
- Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.
