Die Schutztechnik ist für die Zuverlässigkeit der elektrischen Energieversorgung von großer Bedeutung.
Daher benötigen Unternehmen qualifizierte Schutztechniker/-innen für die Auslegung, Wartung und Instandhaltung dieser Systeme. Dazu gehört zunehmend die Modifikation bestehender Schutzsysteme zur Integration dezentraler Einspeisungen.
Dieser Praxis-Lehrgang ermöglicht Ein- oder Umsteiger/-innen in die Schutztechnik, sich das erforderliche Wissen durch den Besuch von 6 Modulen à 1 Woche anzueignen und in den Zwischenzeiten direkt im Unternehmen anzuwenden. Unter anderem wirst du elementare Schutz- und Instandhaltungskonzepte eigenständig erstellen und Projektierungen von Anlagenherstellern selbst bewerten können.
Information
„Schutztechniker/in in der elektrischen Energieversorgung (IHK)“ ist besonders geeignet für:
Facharbeiter/-innen, Meister/-innen, Techniker/-innen und Ingenieure/-innen im Bereich Elektrotechnik von Energieversorgungs- oder Serviceunternehmen, deren Arbeitsaufgaben im Fachgebiet der Instandhaltung, Inbetriebnahme und Planung der Schutztechnik liegen.
Voraussetzungen: Grundkenntnisse der Elektrotechnik
Lehrgangsziele:
- Du wirst mit den Prinzipien zur Erstellung und Optimierung von Turnusprüfungen und Schutzinstandhaltungskonzepten sowie der Anwendung einer transparenten Prüfmethodik vertraut.
- Du kennst die Vorgehensweise bei der Fehlersuche und Fehlerbewertung.
- Du bist in der Lage, elementare Schutzkonzepte zu erstellen sowie deren Vor- und Nachteile abzuschätzen.
- Du besitzt die Kenntnisse zur Bewertung von Anschlusskonzepten erneuerbarer Energien und BHKWs sowie von vorliegenden Projektierungen von Anlagenherstellern.
- Du bist in der Lage, bestehende oder geplante Elektroenergienetze nach verschiedenen Auslegungskriterien zu beurteilen.
Inhalt
Modul 1: Aufbau elektrischer Netze
- Praxisorientierter Überblick über die Primär- und Sekundärtechnik
- Prinzipielle Funktionsweise der Schutz- und Leittechnik
- Mathematisches Rüstzeug für Schutztechniker/-innen
Modul 2: Primärkomponenten des Schutzsystems – Aufbau und Prüfung
- Aufgaben der Schutztechnik und Schutzkriterien
- Sternpunktbehandlung
- Stromwandler
- Spannungswandler
Modul 3: Schutz von Leitungen und Kabeln – Aufbau und Prüfung
- Erdschlussschutz
- Kurzschlussschutz
- Zusatzfunktionen
Modul 4: Berechnung von Einstellparametern und Auswirkungen von dezentralen Einspeisungen
- Einstellung von Schutzeinrichtungen
- Einflüsse erneuerbarer Energien
- Lösungsmöglichkeiten bei Veränderungen im Netz
Modul 5: Differenzialschutzsysteme – Aufbau und Prüfung
- Leitungsdifferenzial-/Phasenvergleichsschutz
- Transformatordifferenzialschutz
- Leistungsschalterversagerschutz
- Sammelschienenschutz
Modul 6: Aufgabenstellungen aus der Praxis
- Bearbeitung von Praxisaufgaben
- Anwendung und Vertiefung des Wissens
- Einsatz der Methoden in der Praxis
Zertifikatstest
Zum Abschluss des Lehrgangs wird ein Zertifikatstest in Theorie und Praxis durchgeführt.
Voraussetzungen für den Erwerb des IHK-Zertifikats sind:
- regelmäßige Teilnahme am Lehrgang (80 %)
- mindestens 50 % der erreichbaren Punkte müssen erzielt werden