Produktmanager (IHK)

Regionaler Zertifikatslehrgang der IHK Dresden

Das Produktmanagement steuert zentrale Prozesse von der Innovation bis zur Markteinführung und bildet die Schnittstelle zwischen Markt, Technik und Strategie.

Der IHK-Zertifikatskurs Produktmanager (IHK) vermittelt fundiertes Wissen zu Marktanalysen, strategischer Planung sowie zum operativen Life-Cycle-Management. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf agilen Entwicklungsmethoden, digitalen Geschäftsmodellen und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Arbeitsalltag. Durch praxisorientierte Module und eine abschließende Projektarbeit erwerben Sie die Kompetenz, Produkte zielgerichtet zu positionieren und nachhaltig am Markt zu steuern.

Gliederung und Inhalte

Modul 1: Grundlagen des Produktmanagements und Rolle

  • Einführung in Produkt, Portfolio und Produktlebenszyklus
  • Abgrenzung: Produktmanagement vs. Projektmanagement vs. Business Analyse vs. Product Owner
  • Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Befugnisse von Produktmanager/-innen
  • Produktmanagement in unterschiedlichen Unternehmensstrukturen (Industrie, Dienstleistung, IT)
  • Schnittstellen zu Vertrieb, Marketing, Entwicklung/IT, Service, Controlling
  • Erfolgsfaktoren und typische Stolpersteine im Produktmanagement-Alltag

Modul 2: Markt, Kunde und Innovation

  • Markt- und Wettbewerbsanalyse (Strukturen, Trends, Wettbewerber)
  • Zielgruppen- und Kundensegmentierung (B2B/B2C)
  • Personas, Customer Journey und „Jobs-to-be-done“-Ansatz
  • Methoden der Kunden- und Bedürfnisanalyse (Interviews, Beobachtung, Surveys, Voice of Customer)
  • Ableitung von Produktideen aus Kundenproblemen und Trends
  • Innovationstypen: inkrementelle vs. radikale Innovation, Plattform- und Serviceinnovationen
  • Nutzung digitaler Daten für Kunden- und Marktverständnis (z. B. Nutzungsdaten, Feedback-Tools)

Modul 3: Strategisches Produktmanagement und Business Case

  • Produktvision, Produktstrategie und strategische Zielbilder
  • Positionierung und Alleinstellungsmerkmale (USP/UVP)
  • Portfolio-Management (z. B. BCG-Matrix, Lebenszyklusbetrachtung)
  • Entscheidungen über Produkteinführung, Weiterentwicklung und Ausphasung
  • Aufbau eines Business Case (Erlösmodelle, Kostenstruktur, Deckungsbeitrag, Break-even)
  • Einfache Szenario- und Risikoanalysen für Produktentscheidungen
  • Roadmapping: strategische Roadmaps, Meilensteine, Releases
  • Priorisierungsmethoden für Produktinitiativen (Kano, Scoring, MoSCoW, wirtschaftliche Priorisierung)

Modul 4: Operatives Produktmanagement und agile Entwicklung

  • Aufgaben des operativen Produktmanagements im Tagesgeschäft
  • Ideen- und Anforderungsmanagement: von der Idee zur umsetzbaren Anforderung
  • Formen der Spezifikation: Lasten-/Pflichtenheft, User Stories, Use Cases, Epics
  • Grundlagen agiler Methoden (Scrum, Kanban) im Produktkontext
  • Rollenverständnis: Product Manager vs. Product Owner vs. Entwicklungsteam
  • Backlog-Management, Sprint-Planung und Release-Management
  • Qualität, Testing und Abnahme aus Sicht des Produktmanagements
  • Dokumentation und Kommunikationswerkzeuge (Boards, Tools, Ticketsysteme)

Modul 5: Digitales Produktmanagement, IT-Grundlagen und Künstliche Intelligenz

  • IT‑Grundlagen für Produktmanager
    • Aufbau moderner IT-Systeme (Frontend, Backend, Datenbank, Schnittstellen)
    • On-Premise vs. Cloud, SaaS, Plattform-Ökosysteme
    • APIs und Integrationen in bestehende Systemlandschaften (ERP, CRM, Shops, Apps)
    • IT-Sicherheit, Rollen und Verantwortlichkeiten, Datenschutz (insb. DSGVO) im Produktkontext
  • Besonderheiten digitaler Produkte
    • Release-Zyklen, Versionierung, Updates und Continuous Delivery
    • Telemetrie und Analytics (Nutzungsdaten, Funnels, Conversion Rates)
    • A/B-Tests, Feature-Toggles, Beta-Programme zur Produktverbesserung
  • Einführung in Künstliche Intelligenz
    • Grundbegriffe: KI, Machine Learning, Deep Learning, Generative KI
    • Datenbasis für KI: Datenquellen, Datenqualität, Bias und Transparenz
  • Typische Einsatzfelder im Produkt
    • Personalisierung (Empfehlungen, Next-Best-Action/-Offer)
    • Prognosen (Nachfrage, Nutzung, Churn, Wartungsbedarf)
    • Automatisierung (Chatbots, Assistenten, Verarbeitung von Text/Bild)
  • KI im Produktmanagement nutzen
    • Unterstützung durch KI bei Recherche, Ideengenerierung, Variantenbildung
    • Unterstützung bei der Erstellung von Personas, User Stories, Produkttexten (Entwürfe)
    • Konzeption einfacher KI-Features im eigenen Produkt
    • Bewertung von KI-Funktionalitäten: Kundennutzen, Risiko, Akzeptanz, Compliance und Ethik
  • Praxis- und Workshop‑Elemente
    • Arbeit mit beispielhaften KI-Tools (Simulation/Showcases) zur Unterstützung von PM-Aufgaben
    • Erarbeitung eines beispielhaften KI-Einsatzszenarios für ein (eigenes oder vorgegebenes) Produkt
    • Diskussion realer Anwendungsfälle und Grenzen von KI im Produktmanagement

Modul 6: Markteinführung, Vermarktung und Produktcontrolling

  • Planung einer Markteinführung (Go-to-Market-Plan, Zeitachse, Meilensteine)
  • Abstimmung mit Vertrieb, Marketing, Service, Support und Partnern
  • Nutzenargumentation und Value Proposition in der Vermarktung
  • Begleitende Materialien: Produktunterlagen, Schulungen, Website-, Kampagnen- und Sales-Content
  • Einführung in Pricing-Ansätze (z. B. kostenbasiert, wertbasiert, Wettbewerbsorientierung, Abomodelle)
  • Produktcontrolling: Definition und Auswahl von KPIs (Umsatz, Marge, Nutzung, Conversion, NPS usw.)
  • Aufbau einfacher Dashboards und Auswertungen (inkl. digitaler KPIs)
  • Nutzung von Kundenfeedback, Reklamationen und Support-Daten zur kontinuierlichen Produktverbesserung

Modul 7: Projektarbeit

  • Bearbeitung einer praxisnahen Projektarbeit zu einem eigenen oder vorgegebenen Produkt

Zielgruppe

  • Personen, die eine Tätigkeit im Produktmanagement anstreben oder bereits erste Erfahrungen in dieser Rolle sammeln.
  • Fachkräfte aus angrenzenden Bereichen wie Marketing, Vertrieb, Projektmanagement oder Softwareentwicklung.
  • Product Owner und Business Analysten, die ihre strategischen und betriebswirtschaftlichen Kompetenzen vertiefen möchten.
  • Quereinsteiger aus technischen oder kaufmännischen Berufen, die eine Schnittstellenfunktion besetzen wollen.
  • Existenzgründer und Unternehmer, die ihre Produkte systematisch planen und marktgerecht positionieren möchten.

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Hinweise

  • Die IHK-Weiterbildungen können regional bedingt in Umfang, Methode, Inhalt und Dauer bis zu ± 20% variieren.
  • Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.