Internationale Azubis und Mitarbeiter sind für viele Unternehmen unverzichtbar geworden. Gleichzeitig zeigt sich im Arbeitsalltag: Sprachliche Hürden erschweren die Einarbeitung. Um genauso produktiv sein zu können wie muttersprachliche Kollegen brauchen internationale Mitarbeiter am Anfang gezielte Unterstützung. Hier setzt die Weiterbildung zum Betrieblichen Sprachmentor (IHK) an.
Betriebliche Sprachmentoren sind speziell geschulte Mitarbeiter, die internationale Kollegen direkt im Arbeitsalltag begleiten. Sie unterstützen nicht als Deutschlehrer, sondern im konkreten Arbeitskontext – genau dort, wo Kommunikation funktionieren muss. Sprachmentoren erkennen typische kommunikative Herausforderungen frühzeitig und reagieren gezielt darauf. Sie erklären verständlich und helfen dabei, Arbeitsabläufe sprachlich zugänglich zu machen. Sie stärken zugewanderte Beschäftigte und schaffen die Voraussetzung dafür, dass sie ihr Wissen und Know-How vollumfänglich einbringen können. Sie vermitteln innerhalb des Teams und erleichtern so die Zusammenarbeit.
Der Lehrgang vermittelt praxisnah, wie sprachliche Unterstützung im Betrieb wirksam gestaltet werden kann. Sie erwerben ein klares Rollenverständnis sowie Methoden und Techniken, die Sie unmittelbar im Arbeitsalltag einsetzen können.
Gliederung und Inhalte
- Eigene Motivation und Rollenverständnis
- Perspektive von Kollegen mit Deutsch als Zweitsprache
- Arbeitsplatz als Lernumgebung für Sprache
- Lernen im Arbeitsprozess
- Eigenes Sprachverhalten und Verständlichkeit
- Sprachsensibles Anleiten und Unterstützen
- Einfache, klare und strukturierte Kommunikation
- Kommunikative Anforderungen im Arbeitsalltag
- Komplexität der deutschen Sprache
- Typische sprachliche Stolpersteine
- Konstruktiver Umgang mit Fehlern
- Fehlerkorrektur und Lernförderung
- Gesprächsstrategien im Arbeitskontext
- Fragetechniken zur Unterstützung des Lernens
- Stärkung und Förderung des Mentees
- Lernmöglichkeiten außerhalb des Arbeitsplatzes
- Selbstständiges Weiterlernen
- Rolle als Multiplikator im Unternehmen
- Weitergabe von Wissen im Team
- Umgang mit Unsicherheiten
- Konflikte im Arbeitsalltag
- Lösungsorientierter Umgang mit schwierigen Situationen
Voraussetzungen
Um den größtmöglichen Nutzen aus dem Lehrgang zu ziehen, wird empfohlen, die vermittelten Inhalte und Methoden bereits begleitend im eigenen Unternehmenskontext zu erproben und erste praktische Erfahrungen im Mentoringprozess zu sammeln. Dadurch können die Lerninhalte besser reflektiert, eingeordnet und nachhaltig in die betriebliche Praxis übertragen werden.
Zielgruppe
Mitarbeiter aus Unternehmen, in denen Deutsch Arbeitssprache ist und internationale Arbeitnehmer beschäftigt werden oder künftig beschäftigt werden sollen, insbesondere:
- Fachkräfte mit Einarbeitungsaufgaben
- Ausbilder
- Teamleiter und Vorarbeiter
- erfahrene Mitarbeiter, die neue Kollegen als Mentoren begleiten